Inhalt

1) Chancen der Online-Mediation

2) Herausforderungen der Online-Mediation

3) Fazit

Die weltweite Corona-Pandemie ist auf so vielen Ebenen einschneidend gewesen und verursacht noch immer Veränderungen in nahezu allen Bereichen unseres Lebens:

Die Art und Weise, wie wir arbeiten, einkaufen, Kontakte halten und aufbauen und auch die Art und Weise, wie wir Konflikte lösen.

Vor der Corona-Pandemie war Mediation eines der Dinge, die man sich nur schwer oder fast gar nicht online vorstellen konnte.

Daher fristete die Online-Mediation häufig ein Nischendasein. Die Pandemie hat jedoch gezeigt, dass Online Mediation stattfinden kann und sogar Vorteile mit sich bringt. Gerade in einer globalisierten Welt.

Chancen der Online-Mediation

In der Online-Mediation lassen sich Konflikte häufig schneller und auch kostengünstiger lösen.

Schneller, weil zum einen die Terminfindung erleichtert wird, da nicht alle Parteien mehr zeitgleich an einem Ort sein müssen.

Zum anderen kann aus dem Home Office heraus auch leichter auf Randzeiten ausgewichen werden, sodass auch über Zeitzonen hinweg leichter Termine vereinbart werden können.

Mit der Online-Mediation entfallen darüber hinaus Reise- und Übernachtungskosten.

Außerdem fallen keine Raummieten und Verpflegungskosten am Ort der Mediation an. Hieraus ergibt sich sogar die Möglichkeit häufigere, aber dafür kürzere Mediationssitzungen anzuberaumen, was auch wieder auf die Zeitersparnis einzahlt.

Schließlich können auch externe Experten, wie zum Beispiel Sachverständige, Rechtsanwälte, Steuerberater oder Übersetzer, ohne großen Aufwand hinzugeschaltet werden.

Doch nicht nur im Rahmen der Organisation einer Mediation bietet die Online-Mediation gegenüber der Präsenzmediation Vorteile, sondern auch in Bezug auf die Durchführung des Verfahrens selber.

Eine gut durchgeführte Online-Mediation lässt sich häufig effizienter und strukturierter moderieren und unterstützt damit den Mediationsprozess, der sehr von seiner Struktur lebt.

Mit dem Einsatz entsprechender Tools, können Ergebnisse digital und sofort dokumentiert werden.

Bei hocheskalierten Konflikten kann die räumliche Distanz sogar als Schutz erlebt werden und auch dazu beitragen, dass sich die Medianden eher der Mediation öffnen.

Herausforderungen in der Online-Mediation

Trotz vieler Vorteile ergeben sich für die Online-Mediation auch einige Herausforderungen.

Während die fehlende räumliche Nähe als Schutz erlebt werden kann, sorgt sie auch dafür, dass sich die Medianden untereinander, als auch zum Mediator oder zur Mediatorin weniger nah fühlen. Das kann dazu beitragen, dass sich die Parteien weniger gut einfühlen können. Gerade das fördert aber die Konfliktlösung.

Auch non-verbale Kommunikation ist in einer Online-Mediation nur schwer möglich. Blickkontakte, Körpersprache, all das lässt sich online gar nicht oder nur schwer erfassen.

In der Präsenzmediation sorgt der Mediator am Ort der Mediation, dass eine störungsfreie Arbeitsatmosphäre herrscht.

Diese Verantwortung liegt in der Online-Mediation nun vollständig bei den Medianden und lässt sich gerade für das Arbeiten vom Küchentisch nicht immer realisieren.

Außerdem ist die Gefahr der Ablenkung oder des Abschweifens größer, als in der Präsenzmediation.

Fazit

Online-Mediation Chancen und Herausforderungen für online durchgeführte Mediationen.

Online-Mediation bietet sowohl bei den Kosten und dem Zeitaufwand viele Chancen.

Struktur und Organisation lassen sich mitunter besser realisieren, als in Präsenzmediationen.

Gleichzeitig entfällt der direkte Kontakt zwischen Medianden und Mediator oder Mediatorin, was für das Wiederherstellen einer tragfähigen Arbeitsbeziehung schwierig sein kann.

Für Konflikte, in denen es um Lösungen abseits der Beziehungsebene geht, oder um Konflikte, in denen sich die Medianden schon darauf geeinigt haben, eine (Vertrags-)Beziehung zu beenden, kann Online-Mediation trotzdem sehr gut funktionieren.

Geht es jedoch um die Wiederherstellung von Beziehungen, sollten sich Medianden und Mediatoren überlegen, ob nicht auch Mischformen im Einzelfall den Konfliktlösungsprozess optimal unterstützen können.

So könnten zum Beispiel Präsenzsitzungen an ganz besonders neuralgischen Punkten der Mediation zum Einsatz kommen, ergänzt um Online-Mediationen im weiteren Verlauf des Prozesses.

Titelbild: iStock.com/VioletaStoimenova

Henning Landers

Henning Landers Wirtschaftsmediator aus München. Ihr Partner für Mediation, Konfliktmanagement und Konfliktberatung.

Henning Landers ist Wirtschaftsmediator (IHK) und Experte für nachhaltiges Konfliktmanagement sowie tragfähige Konfliktlösungen.

Seine langjährige Berufserfahrung lehrte ihn: Konflikte im Kleinen wie im Großen lassen sich in Lösungen transformieren, die für alle Parteien funktionieren. So lässt sich die Zusammenarbeit stärken und gemeinsame Erfolge werden wieder möglich.

Seine drei Schlüssel zum Erfolg sind: Sein besonnenes, norddeutsches Temperament, der unverstellte Blick von außen sowie Struktur.

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